| Übersetzung
von der WEB-SITE der DECIMA FLOTTIGLIA MAS, dem italienischen Gegenstück
zum deutschen Kommando der Kleinkampfverbände der Kriegsmarine
Mit
freundlicher Genehmigung des Autors Massimiliano Ferraris
E-Mail: massimiliano_ferraris@virgilio.it
Internet:
http://www.decima-mas.net
Die
Uboote der X. Flottille MAS
In
1940 beginnt die Werft Caproni mit dem Bau von Mini-Küsten-Ubooten
zur Ubootabwehr und zur Verteidigung italienischer Häfen vom
Typ CB. Diese Uboote mit eleganten und abgerundeten Formen sollten
in zwei Serien gebaut werden und 1944 und 1945 in der Zehnten Flottille
MAS der Sozialistischen Republik Italien (R.S.I.) eingesetzt werden.

CB.10,
1943
Technische
Daten:
Bauwerft:
CAP Ragonier Caproni
1941 erste Serie
1944 zweite
Serie
Verdrängung
über Wasser/unter Wasser: 36 / 45 ts
Länge:
15,00 m
Breite:
3,00 m
Tiefgang:
2,10 m
Bauart:
abgewandelte Einhüllenbauweise
Fahrstrecke
über Wasser: 1.400 sm bei 5 kn
Fahrstrecke
getaucht: 50 sm bei 3 kn
Antrieb:
1 Dieselmotor mit 90 PS / 1 Elektromotor mit 100 PS
Geschwindigkeit
über Wasser: 7,5 kn
Geschwindigkeit
unter Wasser: 7 kn
Bewaffnung:
2 Torpedos 450 mm
Besatzung:
4 Mann
Größte
Tauchtiefe: 55 m
Die
CBs der königlichen italienischen Marine (Regina Marina
Italiana)
1942
stellte die königliche italienische Marine mit den ersten sechs
einsatzfähigen CB (CB.1, CB.2, CB.3, CB.4, CB.5 und CB.6) die
Erste CB-Flottille auf. Ihre Aufgabe war es, die Marinebasis von
Taranto zu verteidigen.

CB.10,
Taranto, 1943
Jedoch
bereits im Mai 1942 wurden die sechs CBs mit der Bahn nach
Yalta am Schwarzen Meer abtransportiert. Ihr Auftrag hier, den russischen
Nachschub für das von deutschen Truppen belagerte Sewastopol
zu bekämpfen. Unter dem Kommando der IV. MAS-Flottille versenkten
CB-Uboote im Verlauf von Juni bis August 1942 zwei russische Uboote
(SC-213 ein 586-Tonnenboot und S-32 ein Boot von 840 Tonnen). Im
Hafen von Yalta wird CB.5 von einem Torpedo eines sovietischen Motortorpedobootes
getroffen und sinkt es sollte das einzige verloren gegangene
intalienische Boot im Schwarzen Meer bleiben.
Nach
der Einnahme von Sewastopol im August 1942 wurden die fünf
CBs von Yalta nach Constanca, einem wesentlich besser ausgerüsteten
Stützpunkt verlegt. 1943 werden sie der Decima (der zehnten)
MAS-Flottille unterstellt. Die fünf CB-Uboote sollten eigentlich
zurück nach Italien, um mit den Booten der Zweiten CB-Flottille
(CB 7, CB 8, CB 9, CB 10, CB 11 und CB 12) die inzwischen zur Verteidigung
des Hafens von Taranto eingesetzt waren, zusammengelegt zu werden.
Sie blieben jedoch im Schwarzen Meer im Einsatz und CB 4 errang
den letzten Erfolg eines italienischen Ubootes im Zweiten Weltkrieg
mit der Versenkung des russischen Ubootes SC-207, eines 586-Tonnenbootes.
Am
Tag der Unterzeichnung des Waffenstillstandes, am 8. September 1943,
wurden die 5 CBs im Schwarzen Meer von den deutschen Truppen
beschlagnahmt während die Boote der 2. CB-Flottille an die
Alliierten in Taranto übergeben wurden mit Ausnahme von CB
7, das beschädigt im Hafen von Pola zurück gelassen werden
mußte.
Während
für die fünf Boote die in die mit den Alliierten kämpfende
italienische Marine übernommen wurden, der Krieg im September
1943 aus war (sie wurden tatsächlich unter den Alliierten nicht
mehr eingesetzt und 1948 abgebrochen), endet für die Boote
der Zehnten MAS-Flottille der Krieg erst in der ersten Maiwoche
des Jahres 1945.
Unmittelbar
nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandes wurden die fünf
im Schwarzen Meer von den deutschen Truppen requirierten CBs
an die rumänische Marine übergeben. Am 30. Januar wurden
sie jedoch in Sewastopol an die Zehnte MAS-Flottille der Italienischen
Sozialistischen Republik (R.S.I.) zurückgegeben. Die zurückgegebenen
Boote wurden im Frühjahr 1944 wieder einsatzklar. Gleichzeit
war der Stützpunkt Sewastopol mit Personal von dem Atlantikstützpunkt
Bordeaux verstärkt worden.
Die
Einsatzmöglichkeiten der Zehnten MAS-Flottille im Schwarzen
Meer waren eingeschränkt. Tatsächlich wurde Rumänien
von der Sovietarmee überrannt und letztlich die fünf Boote
von den Italienern selbst in Constanca versenkt.
Zwischenzeitlich
war die Zehnte MAS-Flotille auch in Norditalien in der R.S.I. reorganisiert
worden und wieder einsatzklar. Für die jetzt Flottille
Langobardo genannte Einheit war als Oprerationsgebiet die
östlich Adria, die Küsten von Istrien, Dalmatien, Veneto
und der Emiglia Romana, vorgesehen.
Das
Kommando der Zehnten vergab einen Auftrag zum Bau von
50 neuen CBs der 2. Serie an die Werft Caproni und bestätigte
damit einen vorangegangenen Auftrag der Königlichen Marine.
Der Mailändischen Industrie gelang es aber nur 10 einsatzfähige
Boote (CB.13 bis 22) abzuliefern und zusätzlich vier unvollständige
(CB.23 bis 25).
Unter
dem Kommando des Fürsten Junio Valerio Borghese richtet die
Zehnte MAS Flottille zwei Einsatzstützpunkte ein, die sich
beide in Istrien befanden: Pola und die Insel Brioni (Stützpunkt
Ost). Daneben wurde in Grigano ein Stützpunkt für die
technische Unterstützung eingerichtet.
Die
Einsätze die jetzt mit den CBs durchgeführt wurden,
stellen sich völlig anders dar, als der normale Schiffsverkehr
der Alliierten, denn sie führen vor allem Transporte für
Kommandounternehmen entlang der adriatischen Küste Italiens
aus.
In
der Tat war die operationelle Lage schwierig. Die Flottille
Langobardo musste unter großen logistischen Schwierigkeiten
und mit einer begrenzten Zahl von Ubooten operieren. Schon im März
1944 hatte die Flottille bei einem Luftangriff auf den Stützpunkt
Pola zwei Boote, CB 14 und CB 15, verloren.
Der
dritte Verlust trat am 1. Oktober 1944 ein, als die Besatzung von
CB 16 meuterte, wobei der Kommandant getötet wurde, das Boot
am Adriastrand von Senigallia aufgegeben wurde und sich die drei
Seeleute von CB 16 den Soldaten der (deutschen) VIII Armee ergeben
hatten.
In
den ersten Monaten von 1945 wurden drei CBs von alliierten
Flugzeugen versenkt. Am 11. März treffen und versenken englische
Flugzeuge CB 22 auf der Höhe von Lussinpiccolo, nachdem es
unmittelbar nach seiner Ablieferung an die Zehnte MAS-Flottille
sich auf seiner ersten Einsatzfahrt befunden hatte. In einem weiteren
alliierten Bombenangriff am 23. März wurde CB 13 versenkt während
am 3. April 1945 CB 17 (neue Bezeichnung CB.6) auf der Höhe
des Strandes von Catolica mehrere Beschädigungen durch ein
amerikanisches Flugzeug erlitt. In der Folge wurde das Boot von
seiner eigenen Besatzung versenkt.
Am
29 April 1945 kapitulierte schließlich die Italienische Sozialistische
Republik (R.S.I.)gegenüber den Alliierten. Unmittelbar nach
Bekanntgabe, dass die Feindseligkeiten der Italienischen Armee beendet
seien, rammt ein deutsches Landungsboot CB.21 und versenkt es.
In
den folgenden Tagen versuchen die Angehörigen der Zehnten MAS-Flottille
die von alliierten Truppen belagerten Stützpunkte zu verlassen
und sich nach Venedig abzusetzen. Nur CB.19 gelingt es aber, die
venetianische Küste zu erreichen und an die Königliche
Marine zu übergeben, während CB.8, CB.23, CB.24, CB.25,
und CB.26 von ihren eigenen Besatzungen versenkt werden.
Ein
anderes Schicksal erleidet CB.20. In Pola wegen deutscher Verminung
blockiert, wurde es von der jugoslawischen Armee erbeutet. In der
Nachkriegszeit dient es in der jugoslawischen Marine als P901 MALISAN.
Ausgemustert in den 50ger Jahren wird es derzeit im Museum für
Kunst und Wissenschaft in Zagabria (Zagreb) erhalten.
Im
Zweiten Weltkrieg bestand die italienische Uboot-Flotte aus 145
Booten das kleine Uboot der Zehnten MAS-Flottille ist das
einzige übriggebliebene. (Übersetzung: Klaus Mattes 17.02.2004) |