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Weitere Ausgaben: Oktober 2001 November 2002

Übersetzung von der WEB-SITE der DECIMA FLOTTIGLIA MAS, dem italienischen Gegenstück zum deutschen Kommando der Kleinkampfverbände der Kriegsmarine

Mit freundlicher Genehmigung des Autors Massimiliano Ferraris
E-Mail: massimiliano_ferraris@virgilio.it
Internet: http://www.decima-mas.net

Die Uboote der X. Flottille MAS

In 1940 beginnt die Werft Caproni mit dem Bau von Mini-Küsten-Ubooten zur Ubootabwehr und zur Verteidigung italienischer Häfen vom Typ CB. Diese Uboote mit eleganten und abgerundeten Formen sollten in zwei Serien gebaut werden und 1944 und 1945 in der Zehnten Flottille MAS der Sozialistischen Republik Italien (R.S.I.) eingesetzt werden.

CB.10,  1943
CB.10, 1943

Bauwerft: CAP Ragonier Caproni
– 1941 erste Serie
– 1944 zweite Serie
Verdrängung über Wasser/unter Wasser: 36 / 45 ts
Länge: 15,00 m
Breite: 3,00 m
Tiefgang: 2,10 m
Bauart: abgewandelte Einhüllenbauweise
Fahrstrecke über Wasser: 1.400 sm bei 5 kn
Fahrstrecke getaucht: 50 sm bei 3 kn
Antrieb: 1 Dieselmotor mit 90 PS / 1 Elektromotor mit 100 PS
Geschwindigkeit über Wasser: 7,5 kn
Geschwindigkeit unter Wasser: 7 kn
Bewaffnung: 2 Torpedos 450 mm
Besatzung: 4 Mann
Größte Tauchtiefe: 55 m

1942 stellte die königliche italienische Marine mit den ersten sechs einsatzfähigen CB (CB.1, CB.2, CB.3, CB.4, CB.5 und CB.6) die Erste CB-Flottille auf. Ihre Aufgabe war es, die Marinebasis von Taranto zu verteidigen.


CB.10, Taranto, 1943

Jedoch bereits im Mai 1942 wurden die sechs CB’s mit der Bahn nach Yalta am Schwarzen Meer abtransportiert. Ihr Auftrag hier, den russischen Nachschub für das von deutschen Truppen belagerte Sewastopol zu bekämpfen. Unter dem Kommando der IV. MAS-Flottille versenkten CB-Uboote im Verlauf von Juni bis August 1942 zwei russische Uboote (SC-213 ein 586-Tonnenboot und S-32 ein Boot von 840 Tonnen). Im Hafen von Yalta wird CB.5 von einem Torpedo eines sovietischen Motortorpedobootes getroffen und sinkt – es sollte das einzige verloren gegangene intalienische Boot im Schwarzen Meer bleiben.

Nach der Einnahme von Sewastopol im August 1942 wurden die fünf CB’s von Yalta nach Constanca, einem wesentlich besser ausgerüsteten Stützpunkt verlegt. 1943 werden sie der Decima (der zehnten) MAS-Flottille unterstellt. Die fünf CB-Uboote sollten eigentlich zurück nach Italien, um mit den Booten der Zweiten CB-Flottille (CB 7, CB 8, CB 9, CB 10, CB 11 und CB 12) die inzwischen zur Verteidigung des Hafens von Taranto eingesetzt waren, zusammengelegt zu werden. Sie blieben jedoch im Schwarzen Meer im Einsatz und CB 4 errang den letzten Erfolg eines italienischen Ubootes im Zweiten Weltkrieg mit der Versenkung des russischen Ubootes SC-207, eines 586-Tonnenbootes.

Am Tag der Unterzeichnung des Waffenstillstandes, am 8. September 1943, wurden die 5 CB’s im Schwarzen Meer von den deutschen Truppen beschlagnahmt während die Boote der 2. CB-Flottille an die Alliierten in Taranto übergeben wurden mit Ausnahme von CB 7, das beschädigt im Hafen von Pola zurück gelassen werden mußte.

Während für die fünf Boote die in die mit den Alliierten kämpfende italienische Marine übernommen wurden, der Krieg im September 1943 aus war (sie wurden tatsächlich unter den Alliierten nicht mehr eingesetzt und 1948 abgebrochen), endet für die Boote der Zehnten MAS-Flottille der Krieg erst in der ersten Maiwoche des Jahres 1945.

Unmittelbar nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandes wurden die fünf im Schwarzen Meer von den deutschen Truppen requirierten CB’s an die rumänische Marine übergeben. Am 30. Januar wurden sie jedoch in Sewastopol an die Zehnte MAS-Flottille der Italienischen Sozialistischen Republik (R.S.I.) zurückgegeben. Die zurückgegebenen Boote wurden im Frühjahr 1944 wieder einsatzklar. Gleichzeit war der Stützpunkt Sewastopol mit Personal von dem Atlantikstützpunkt Bordeaux verstärkt worden.

Die Einsatzmöglichkeiten der Zehnten MAS-Flottille im Schwarzen Meer waren eingeschränkt. Tatsächlich wurde Rumänien von der Sovietarmee überrannt und letztlich die fünf Boote von den Italienern selbst in Constanca versenkt.

Zwischenzeitlich war die Zehnte MAS-Flotille auch in Norditalien in der R.S.I. reorganisiert worden und wieder einsatzklar. Für die jetzt „Flottille Langobardo“ genannte Einheit war als Oprerationsgebiet die östlich Adria, die Küsten von Istrien, Dalmatien, Veneto und der Emiglia Romana, vorgesehen.

Das Kommando der ‚Zehnten’ vergab einen Auftrag zum Bau von 50 neuen CB’s der 2. Serie an die Werft Caproni und bestätigte damit einen vorangegangenen Auftrag der Königlichen Marine. Der Mailändischen Industrie gelang es aber nur 10 einsatzfähige Boote (CB.13 bis 22) abzuliefern und zusätzlich vier unvollständige (CB.23 bis 25).

Unter dem Kommando des Fürsten Junio Valerio Borghese richtet die Zehnte MAS Flottille zwei Einsatzstützpunkte ein, die sich beide in Istrien befanden: Pola und die Insel Brioni (Stützpunkt Ost). Daneben wurde in Grigano ein Stützpunkt für die technische Unterstützung eingerichtet.

Die Einsätze die jetzt mit den CB’s durchgeführt wurden, stellen sich völlig anders dar, als der normale Schiffsverkehr der Alliierten, denn sie führen vor allem Transporte für Kommandounternehmen entlang der adriatischen Küste Italiens aus.

In der Tat war die operationelle Lage schwierig. Die „Flottille Langobardo“ musste unter großen logistischen Schwierigkeiten und mit einer begrenzten Zahl von Ubooten operieren. Schon im März 1944 hatte die Flottille bei einem Luftangriff auf den Stützpunkt Pola zwei Boote, CB 14 und CB 15, verloren.

Der dritte Verlust trat am 1. Oktober 1944 ein, als die Besatzung von CB 16 meuterte, wobei der Kommandant getötet wurde, das Boot am Adriastrand von Senigallia aufgegeben wurde und sich die drei Seeleute von CB 16 den Soldaten der (deutschen) VIII Armee ergeben hatten.

In den ersten Monaten von 1945 wurden drei CB’s von alliierten Flugzeugen versenkt. Am 11. März treffen und versenken englische Flugzeuge CB 22 auf der Höhe von Lussinpiccolo, nachdem es unmittelbar nach seiner Ablieferung an die Zehnte MAS-Flottille sich auf seiner ersten Einsatzfahrt befunden hatte. In einem weiteren alliierten Bombenangriff am 23. März wurde CB 13 versenkt während am 3. April 1945 CB 17 (neue Bezeichnung CB.6) auf der Höhe des Strandes von Catolica mehrere Beschädigungen durch ein amerikanisches Flugzeug erlitt. In der Folge wurde das Boot von seiner eigenen Besatzung versenkt.

Am 29 April 1945 kapitulierte schließlich die Italienische Sozialistische Republik (R.S.I.)gegenüber den Alliierten. Unmittelbar nach Bekanntgabe, dass die Feindseligkeiten der Italienischen Armee beendet seien, rammt ein deutsches Landungsboot CB.21 und versenkt es.

In den folgenden Tagen versuchen die Angehörigen der Zehnten MAS-Flottille die von alliierten Truppen belagerten Stützpunkte zu verlassen und sich nach Venedig abzusetzen. Nur CB.19 gelingt es aber, die venetianische Küste zu erreichen und an die Königliche Marine zu übergeben, während CB.8, CB.23, CB.24, CB.25, und CB.26 von ihren eigenen Besatzungen versenkt werden.

Ein anderes Schicksal erleidet CB.20. In Pola wegen deutscher Verminung blockiert, wurde es von der jugoslawischen Armee erbeutet. In der Nachkriegszeit dient es in der jugoslawischen Marine als P901 –MALISAN. Ausgemustert in den 50ger Jahren wird es derzeit im Museum für Kunst und Wissenschaft in Zagabria (Zagreb) erhalten.

Im Zweiten Weltkrieg bestand die italienische Uboot-Flotte aus 145 Booten – das kleine Uboot der Zehnten MAS-Flottille ist das einzige übriggebliebene. (Übersetzung: Klaus Mattes 17.02.2004)

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Letzte Änderung: Mittwoch, 23.01.2008 23:27