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MEERESKUNDE
SAMMLUNG
VOLKSTÜMLICHER VORTRÄGE
ZUM
VERSTÄNDNIS DER NATIONALEN BEDEUTUNG VON
MEER UND SEEWESEN
HEFT 53
BERLIN
1911
ERNST
SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
KÖNIGLICHE HOFBUCHHANDLUNG
KOCHSTRASSE 68 - 71
5. Jahrgang / 5. HeftPreis 50 Pf.
UNTERSEEBOOTS-UNFÄLLE
unter
besonderer Berücksichtigung des Unfalls auf 'U 3'
Von Fregattenkapitän
Michelsen, Kiel.
Vor
nicht allzulanger Zeit erschien in der amerikanischen Wochenschrift
'Harpers weekly' ein Artikel aus der Feder des amerikanischen
Unterseeboots-Konstrukteurs Herrn Lawrence Spear, der sich
zum Teil wieder auf Ausführungen des englischen Captain Bacon,
weiland Chef des englischen U-Bootswesens stützt.
Dieser Aufsatz
- überschrieben 'The dangers of the submarine', also die
Gefahren des Unterseebootes - findet sich auch in dem Buche
Domville-Fifes über die Unterseeboote aller Staaten vor und
gibt die Ansichten zweier fremdländischer Autoritäten auf dem
Gebiete des U-Bootswesens über dieses Thema wieder. Beide Sachverständige
kommen im wesentlichen zu dem Schluß, daß ein größeres Maß an
Gefahren als bei anderen Schiffsklassen der Kriegsmarinen auf
dem Gebiete des Unterseebootswesens nicht vorhanden sei, da die
vorgekommenen Unfälle mit der Wesensart des Unterseeboots nicht
zusammenhingen oder doch nicht untrennbar mit ihr verbunden seien.
Sie teilen die Gefahren ein in eingebildete und wirkliche und
kommen zu dem weiteren Schluß, daß die eingebildeten, die durch
das Publikum in dieses Gebiet gewissermaßen hineingetragen würden
und geeignet seien, der Entwicklung und dem Geist der neuen Waffe
zu schaden, zahlreicher seien als die wirklichen Gefahren. Von
diesen, so erklärt Herr Spear, bestehe tatsächlich nur
die des Wassereinbruchs, wenn man die Gefahr der Gasbildung, die
allen Schiffsklassen anhafte, beiseite lasse. Die früher vorhandenen
Gefahren unvollkommener Einrichtungen seien völlig beseitigt und
bestanden in Wirklichkeit nicht mehr.

Abb.
2. Englisches Unterwasserboot 'H 3'.
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