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Da unten bist du ganz auf dich allein gestellt'
(bo). Hermann Wien verfolgt natürlich die Nachrichten aus der Barentssee.
Was die Matrosen der havarierten 'Kursk' derzeit erleben, weiß der
84-Jährige genau. 'Diese Männer haben Angst', sagt der Augsburger
U-Boot-Veteran. 'Sie haben eine Angst, die man sich nicht vorstellen
kann, wenn man sie nicht selbst einmal erlebt hat.'
Wien ist einer der wenigen heute noch lebenden Zeitzeugen, die Aufstieg
und Untergang der deutschen U-Boot-Marine im Zweiten Weltkrieg miterlebt
haben. Von 1933 'bis zum 8. Mai 1945' fuhr der gelernte Maschinenschlosser
zur See, überlebte etwa an Bord der 'U 180' Angriffe mit Wasserbomben,
Stromausfälle, Wassereinbrüche durch Lecks. 'Da unten bist du ganz
auf dich allein gestellt', sagt der 84-Jährige.
Entsprechend
kann sich Hermann Wien auch vorstellen, was die Matrosen des auf
Grund gelaufenen russischen Atom-U-Bootes 'Kursk' erleben, die
in 100 Metern Tiefe auf ihre Ret-tung warten. 'Grundsätzlich ist
die Disziplin unter den Besatzungsmitgliedem von Unterseebooten
sehr groß', so der 84-Jährige. Dennoch habe auch er schon erlebt,
dass seine Kameraden in sehr kritischen Situationen ausrasteten.
'Da ist es dann auch schon mal zu Tätlichkeiten gekommen.'
Kann sich gut vorstellen,
was die Matrosen
des auf
Grund gelaufenen Atom-
U-Boots 'Kursk' fühlen: Hermann
Wien.
Bild: Archiv
Ohne
Strom in der Dunkelheit, mit zur Neige gehenden Luftvorräten,
so hieß es gestern, müssten die Männer der 'Kursk' schon seit
Tagen ausharren. Der Rentner aus dem Herrenbach versteht nicht,
warum Russland nicht schon viel früher die Hilfsangebote aus dem
Ausland angenommen hat. 'Denn ich kann sehr gut nachfühlen, wie
schwer es die Matrosen in diesen Stunden haben.'
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