Schrottwert:
Eine Million Mark
EMDEN.
Keinen Krümel Rost haben wir bislang an dem Boot entdeckt,
obwohl es fast dreißig Jahre lang im Wasser lag', sagt
Kurt Seidel. Der Schweißer ist seit einigen Wochen gemeinsam
mit einigen Kollegen damit beschäftigt, U 20 in seine Einzelteile
zu zerlegen.

Hoher
Schrottwert: U 20 auf dem Trockenen. Auf dem Gelände der Nordseewerke
wird das Unterseeboot demontiert. Fotos: Weiper
Das
500 Tonnen schwere Schiff war noch im Januar für die Bundesmarine
im Einsatz. 22 Mann gehörten zur Besatzung von U 20, das mit
acht Torpedos bewaffnet war.

'Kein
Krümel Rost entdeckt':
Abwracker Kurt Seidel vor der
Einstiegsluke zur Funkerkabine
Jetzt
hat das Boot aber endgültig ausgedient. Sein Schrottwert ist
beachtlich. Er beläuft sich auf rund eine Million Mark. Das
liegt an den hochwertigen Metallen und Legierungen, die im Boot verarbeitet
worden sind', weiß Schweißer Seidel zu berichten.
Für 300.000 Mark hat die Firma Bochumer Abbruchservice',
bei der Seidel beschäftigt ist, das Boot gekauft.
Mit
Schneidbrennern wird das
Boot in seine Einzelteile zerlegt

Blick
auf die freigelegten
Torpedoschächte
Riesige
Löcher haben die Schneidbrenner in den Rumpf des Unterseebootes
gefressen. Die Demontage auf dem Gelände der Thyssen Nordseewerke
wird noch einige Wochen in Anspruch nehmen.
1974
lief U 20 in Emden vom Stapel - bei den Rheinstahl Nordseewerken.
Emden war schließlich auch das Ziel der letzten Fahrt von
U 20. Hier wird das Boot jetzt abgewrackt.
Bei
U 20 handelt es sich um ein Boot der Klasse 206. Einen Teil dieser
Boote hat die Bundesmarine nachrüsten lassen. Die übrigen
landen wie U 20 auf dem Schrott. Auf den Nordseewerken in Emden
und in Kiel bei HDW werden inzwischen die Nachfolger der 206er Klasse
gebaut.
Der
Turm von U 20 ist übrigens vor der Zerlegung bewahrt worden:
Eine kleine Gemeinde am Bodensee hat ihn gekauft und will ihn als
Verkehrsinsel aufstellen. Der Turm ist schon in Süddeutschland
eingetroffen. -fw
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