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Aus Feinden werden Freunde
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Süddeutsche Zeitung:
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Navy News:
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U 869 - Teil 3

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U 869 - Teil 4

Das nächste Kapitel:
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Bad Camberg.
Einen ganz besonderen Tag erlebte Carl Evans aus Texas in dieser Woche. Der 32-jährige Amerikaner traf auf die U-Bootbesatzung, die das Schiff seines Großvaters im zweiten Weltkrieg versenkt hatte. Doch wie kam dieses Treffen der unterschiedlichen Nationen und Generationen zu Stande? Eigentlich hatte die Geschichte ganz simpel angefangen. Eines Abends im September letzten Jahres hatte es sich Susanne Giehler aus Konstanz am Bodensee an ihrem PC bequem gemacht, um noch ein wenig im Internet zu surfen. Die junge Frau ist schon seit vielen Jahren von U-Booten aller Art schlichtweg fasziniert, und so stieß sie nach wenigen Mausklicks auf die Homepage der U-Bootkameradschaft München. Dort entdeckte sie einen interessanten Eintrag, der sie sofort in seinen Bann zog. Carl Evans, ein junger US-Staatsbürger aus Texas, berichtete dort vom Schicksal seines bereits 1969 verstorbenen Großvaters. Wie Evans erfahren hatte, war sein Ahne Kapitän der 'SS Fort Lee', die 1944 im Indischen Ozean von einem U-Boot versenkt worden war. Die Besatzung konnte sich vollzählig in die Rettungsboote begeben, und die Männer erhielten sogar von der Besatzung von U 181 Zigaretten, Lebensmittel und eine Signalpistole. Der Enkel des Kapitäns war nun auf der Suche nach der Besatzung des U-Bootes, um ihr für die ritterliche Behandlung seines Großvaters und seiner Mannschaft zu danken. Gemeinsam mit Susanne Giehler machte sich Carl Evans auf eine weltweite Suche.

Das U-Boot 'U 181' gehörte zur Klasse der großen U-Boote mit 65 Mann Besatzung
Das U-Boot 'U 181' gehörte zur Klasse der großen U-Boote mit
65 Mann Besatzung. Das Bild aus dem Jahr 1943 zeigt die
Unteroffiziere nach einer siebenmonatigen Feindfahrt im Stützpunkt
Bordeaux. Walter Schmid aus Camberg nahm auch an dieser Fahrt teil.

Diese Woche war es dann endlich soweit: Knapp ein Jahr nachdem der Texaner seine große Suchaktion mit Hilfe und Unterstützung von Susanne Giehler gestartet hatte, trafen sich Evans, Giehler und ein Teil der Besatzung mit deren Angehörigen von U 181, dem Boot, das die 'Fort Lee' im November 1944 versenkte, im Bad Camberger Hotel 'Haus Pohl'. Die Situation war für alle Beteiligten wohl zunächst überwältigend und natürlich auch unglaublich. Knapp 56 Jahre nach dem Angriff standen die Männer plötzlich einem Nachkommen des damaligen Tankerkapitäns gegenüber Und dieser junge Mann hegte keinerlei Rachegefühle, wie zunächst befürchtet. Er war extra aus Texas angereist, um der Mannschaft für ihr Verhalten gegenüber seinem Großvater danke zu sagen. Die Männer von U 181 fühlten sich berührt und geehrt, und sofort kam man miteinander ins Gespräch, alte Erinnerungen kamen hoch. Keinerlei Distanz zwischen dem jungen Amerikaner und Susanne Giehler einerseits und der doch etwas betagten Mannschaft der U 181 war zu spüren - vielmehr entstand sofort eine Freundschaft, die Schule machen sollte.

Denn selbst heute, mehr als 55 Jahre nach den Ereignissen, kursieren noch immer viele Gerüchte um den deutschen U-Boot-Krieg, die ein völlig falsches Bild von dieser Zeit vermitteln, teilte der 77-jährige Dieter Hille, einer der Besatzungsmitglieder, mit. Dabei werde die menschliche Seite, das, was die Beteiligten hautnah fühlten und erlebten, oftmals überhaupt nicht beleuchtet. Im Namen der Völkerverständigung und des Friedens auf der Welt ist es Carl Evans, Susanne Giehler, der Besatzung der U 181 und deren Angehörigen gelungen, die Erlebnisse von damals von der menschlichen Perspektive her zugänglich zu machen. Und damit haben sie ein Zeichen gesetzt, wieder aufeinander zuzugehen, und vor allem die emotionale Seite der oftmals brutal, grausam und Furcht erregend dargestellten Kriegserlebnisse nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Es wäre schön, wenn dieses Beispiel Schule machen würde und aus Feinden in der Vergangenheit Freunde in der Zukunft werden. (sal)

Carl Evans (rechts) und Susanne Giehler (zweite von links)
Carl Evans (rechts) und Susanne Giehler (zweite von links)
trafen sich nach einer einjährigen Suchaktion mit der Besatzung
der U 181 und deren Angehörigen. Foto: Sahl

Anmerkung Webmaster:
Auch unser Kamerad Günther Bartussek nahm an diesem Treffen teil. Seine Adresse wurde von uns zur Kontaktaufnahme an Carl Evans gegeben.

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Letzte Änderung: Mittwoch, 23.01.2008 23:18

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