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Der Ortsverband
der RNA (Marinevereinigung in England) in Tamworth und andere Verbände
von Marineveteranen haben eine Kampagne gestartet, um ein Denkmal
zu stiften, das einem der größten aber unbekannten Kriegshelden
Großbritanniens gewidmet werden soll.
Es war der
Obermatrose Colin Grazier, einem Sohn der Stadt Tamworth in Staffordshire,
der 1942 mit 22 Jahren sein Leben verlor, als er von einem sinkenden
Uboot Verschlüsselungsunterlagen für die ENIGMA barg, deren Erbeuten
den Krieg schätzungsweise um ein Jahr verkürzte.
Der Vorstoß
zu dem Denkmal wurde von der örtlichen Tageszeitung, dem Tamworth
Herald, und einer Bürgervereinigung initiiert, nachdem diese erfahren
hatten, daß dem Obermatrosen posthum das Georgskreuz verliehen worden
war - einem Akt, von dem seine Familie erst nach über 30 Jahren
informiert wurde.
Die Schlüsselunterlagen
wurden erbeutet, als der Zerstörer HMS PETARD in der Nacht des 30.
Oktobers das Uboot U 559 an die Oberfläche des Mittelmeeres zwang.
Die Codes waren von vitaler Bedeutung für Britanniens ENIGMA-Codeknacker
im streng geheimen Nachrichtenzentrum im Bletchley Park.
Obermatrose
Grazier, Leutnant Antony Fasson und Hilfssteward Tommy Brown schwammen
nackt zu dem Uboot, das sich sinkend und verlassen an der Oberfläche
befand. Als sie die Unterlagen bargen, sackte das Uboot ab und nahm
Leutnant Fasson und Colin Grazier mit in die Tiefe. Brown wurde
noch gerettet, er war noch ein Jugendlicher und starb zwei Jahre
später, als er seine Schwester aus einem brennenden Haus retten
wollte.
Alle drei
wurden mit dem Georgskreuz ausgezeichnet, aber weil es zwingend
war, daß der Feind nichts von der Erbeutung der Codes mitbekam,
durften nicht einmal die engsten Verwandten über die große Tat informiert
werden.
Robert Harris,
Autor des Bestsellers ENIGMA, unterstützt die Campagne ebenfalls.
Er sagt über Grazier: 'Seine Tat befähigte uns, die Schlacht im
Atlantik zu gewinnen und änderte den gesamten Kriegsverlauf, ohne
diese tapfere Tat hätten wir den ENIGMA-Code nie geknackt und die
Invasion in der Normandie hätte nicht stattgefunden.'
Und der Marinehistoriker
Ralph Erskine schrieb ganz offiziell: 'Nur wenige tapfere Handlungen
wie diese der drei Männer hatten jemals solch weitreichende Konsequenzen.'
In die Campagne
sind auch die 30 Mitglieder der Vereinigung ehemaliger Besatzungsangehöriger
der HMS PETARD und Colin Graziers Witwe involviert, die er eben
zwei Tage vor seinem letzten Auslaufen mit der HMS PETARD heiratete.
'Wir hätten in den Flitterwochen sein sollen, als Colin mit der
PETARD auslief.' sagte sie. 'Es ist so traurig, wie er gestorben
ist. Er ging heldenhaft unter. Er war ein wunderbarer Mann, der
sich immer auch um andere kümmerte.'
Der stellvertretende
Herausgeber des Tamworth Herald, Phil Shanahan, erzählte den Navy
News (in der dieser Artikel erschien):
'Der Aufruf nach einem dauerhaften Gedenken für Colin Grazier hat
die Herzen unserer Leser erobert und bisher haben wir über 4.000
Pfund gesammelt. Wir brauchen jedoch mehr, wenn wir eine qualitativ
hochwertige Statue an einer beliebten Stelle im Zentrum von Tamworth
errichten wollen.
Wir hoffen, daß das Denkmal eines Tages wichtiger Bestandteil des
Erbes unserer Stadt sein wird und sich zu einer Touristenattraktion
entwickelt.
Grazier verdient internationale Beachtung, traurigerweise ist er
in seiner eigenen Heimatstadt noch ziemlich unbekannt. Er hat nie
die Anerkennung erfahren, die er wirklich verdient hätte. Unser
Ziel ist es, das zu ändern und kommenden Generation die enorme Bedeutung
dieser heldenhaften Tat zu verdeutlichen, die ihn das Leben kostete.'
Phil Shanahan
sagte, daß man die Mitglieder des Veteranenverbandes der PETARD
zur Einweihung des Denkmals einladen wolle.
Leser der
Navy News, die den Aufruf unterstützen wollen, sollten ihre Schecks
auf den Colin Grazier Memorial Fund ausstellen und an folgende Adresse
senden:
Colin Grazier Memorial Appeal, Ventura Park Road, Bitterscote, Tamworth,
Staffs, B78 3LZ. |